Butoh

Wild, still, unberechenbar – es ist noch immer schwierig für mich, Butoh wirklich zu greifen. Weil der Tanz ganz einfach nicht festgenagelt werden möchte. Das japanische Tanztheater bricht mit allen Normen und Vorstellungen von Ästhetik. Allen voran mit der Inszenierung des perfekten Selbst und expandiert über Grenzen des persönlichen Lebens. Es stellt den Körper ins Zentrum der Gefühle, der – so wissen wir alle – vom Verstand gar nicht begriffen werden möchte. Da die meisten Menschen vor ihrem eigenen Keller zurück schrecken, war und wird Butoh vermutlich nie Main Stream sein. Butoh zu tanzen bedeutet die unausweichliche Ehrlichkeit mit sich selbst.

Viele intensive Monate liegen nun hinter uns. Zeit in einer Gruppe, in der sich vorher kaum einer kannte. Und am Ende können wir wohl alle zueinander sagen: Wir haben da vorne auf der Bühne nicht gezeigt „Schau mal, was ich kann.“ Wir haben aufgemacht und gesagt: „Willkommen in der inneren Wirklichkeit. Schau her, das bin ich“.


Unterwegs mit dem Theaterkurs Leipzig