Kurinuki Workshops

Aus Ton geschnitzte Langsamkeit – erstelle deinen eigenen Kurinuki Cup

Tauche ein in die faszinierende Welt der japanischen Keramikkunst und erlebe, wie aus einem einfachen Tonblock ein einzigartiger Keramikbecher entsteht. In diesem Workshop bekommst du einen Einblick in die Jahrhunderte alte Kurinuki Methode, die dich Langsamkeit, Geduld und die Ästhetik des Unperfekten lehrt. 

Im Anschluss an den Workshop werden deine Keramiken von mir gebrannt und glasiert. Sobald deine Keramik fertig ist, kannst du sie bei mir abholen oder gegen Übernahme der Versandkosten zu dir nach Hause senden lassen. Der Workshop richtet sich an Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen. Es sind keinerlei Vorkenntnisse nötig. Bitte mitbringen: Offenheit, Neugier, Freude am Entdecken und Erforschen, die Bereitschaft, dich auf Stille und Langsamkeit einzulassen. Lass Zuhause: Selbstzweifel und deinen Anspruch an Perfektion. 

Ich freue mich auf dich!

Die Workshops sind mobile Workshops und können als Einzelworkshops, als Team-Events, Familien-Events oder auch in Kombination mit Retreats und weiteren Seminaren/Workshops in den Bereichen Achtsamkeit, Prävention und Stressbewältigung stattfinden. Interesse an einem Workshop oder einer Kooperation zusammen mit deiner Veranstaltung? Dann schreib mir gern eine Mail.


Was ist Kurinuki? Ein kleiner Einblick

Wörtlich übersetzt, bedeutet Kurinuki (刳り貫き) ‚heraushöhlen‘ oder ‚ausschnitzen‘. Im Vergleich zum Drehen an der Keramiktöpferscheibe, beginnt man hier mit einem massiven Tonklotz, aus dem die gewünschte Form händisch herausgearbeitet wird. Die Form entsteht durch intuitives Schneiden, Kratzen, Schnitzen und Aushöhlen. Dabei entstehen Unikate mit Charakter voller Tiefe, Ausdruck und spürbarer Handarbeit. 

Kurinuki als Achtsamkeitspraxis

Für mich persönlich ist Kurinuki eine Handwerkskunst, um sich „in sich selbst“ zu vertiefen. Lange war Kurinuki ausschließlich in Japan als Teil der traditionellen, meist handwerklich und rituell geprägten Keramikkultur verbreitet. Seit den 90ern findet die Technik auch zunehmend bei uns im Westen mehr Beachtung. Gerade in unserer „Speedy Gonzalez“ Welt ist es besonders entschleunigend, sich ganz im Sinne des Slow Craft für einen Moment zu verlieren und sich „in sich selbst“ zu vertiefen. Da Kurinuki keine festen Regeln kennt, ist jeder Schaffensprozess einzigartig und gerade das Entstehen und Werden wichtiger als das eigentliche Ergebnis an sich. 

Weil Kurinuki wie bereits beschrieben eng mit dem japanischen Schönheitsideal des Wabi-Sabi verbunden ist, steht hier die Wertschätzung von Einfachheit und Unvollkommenheit im Mittelpunkt. Ein schiefer Rand, unregelmäßige Wandstärken, eine eingerissene Textur – im Zeichen des Kurinuki sind diese Merkmale kein Makel, sondern ein Teil der Geschichte der Schale und des Menschen, der sie gefertigt hat. Sie sind jene Zeitzeugen, die uns eindrücklich vermitteln: Hier war weder Computer noch Maschine am Werk. Sondern ein Mensch mit Gefühl, Geduld und Gespür.

Wie alles begann: Die Wurzeln des Kurinuki

Der Beginn der Kurinuki-Technik lässt sich bis in die japanische Frühgeschichte zurückverfolgen. Bereits in der Jōmon-Zeit, eine Zeit zwischen 14.000 – 300 vor Christus, entstanden die ersten handgefertigten, ausgehöhlten Keramikobjekte. Der Begriff Kurinuki selbst wurde zwar erst später geprägt, jedoch war das Prinzip des Aushöhlens aus einem Tonklotz schon weit verbreitet, um händisch wertvolle Gefäße zu formen. Während der Edo-Zeit zwischen den Jahren 1600 und 1868 wurde Kurinuki schließlich bewusster als gestalterisches Mittel in der Teekeramik eingesetzt. Ganz im Geiste des eigentlich nur schwer zu übersetzenden Wabi-Sabi, das grundlegend auf der Ästhetik des Unperfekten fußt und sich durch Asymmetrie, Rauheit, Unregelmäßigkeit, Einfachheit und Sparsamkeit auszeichnet. Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit beweisen Achtung vor der Eigenheit der Dinge – besonders im Kontext der japanischen Teezeremonie entstanden hier bereits früh Teeschalen, die eben nicht durch Perfektion, sondern Präsenz und Persönlichkeit wirkten.